In den Bergen biken...
Ich kann es mir kaum besser vorstellen !
Mit den (E)-MTB in den Bergen unterwegs zu sein ist eine phantastische Erfahrung.
Atemberaubende Ausblicke, ephische Trails und kulinarische Freuden.
Es ist einfach nur traumhaft !
Kann ich das auch ?
Als zertifizierter Guide habe ich mittlerweile viel Erfahrungen auf Alpencrossen
mit Teilnehmern gesammelt. (E-MTB siehe weiter unten) Eine Erfahrung ist die Tatsache, dass die konditionelle und fahrtechnische Leistung bei E-Bikern deutlich breiter gestreut ist als bei Bio-Bikern (neudeutsch für Biker ohne Unterstützung).
Sicherlich ist es mit E-Unterstützung wesentlich einfacher, aber wer glaubt, dass ein großer Accu es schon richten wird, kann eine böse Überraschung erleben. Die Anbieter solcher Reisen machen diesbezüglich gute Angaben zu den Lestungsanforderungen der entsprechenden Touren und Level.
Wesentlich schwieriger wird es allerdings bei der Beschreibung des Fahrtechniklevels und der Selbsteinschätzung der Teilnehmer !
Eine Hilfe hierzu ist die Singletrail-Scala (Link). Trails werden anhand dieser Scala in einen Schwierigkeitsgrad eingestuft. Ähnlich der Einstufung von Skipisten in Blau, Rot, Schwarz.
Ich persönlich finde sie leider etwas unglücklich.
Die Einstufung beginnt bei S0 und endet bei S5. Jeder, der sich nicht wirklich mit dieser Webseite und den Beschreibungen mit Bilder dazu genauer beschäftigt, ist schnell dazu geneigt sich im Mittelfeld einzusortieren. Da er ja schon eine Weile mit dem MTB fährt vermutet er sich gerne bei S2 bis S3.
Nun ist es leider so, dass S0 nicht asphaltierter Radweg bedeutet. Sondern leichte Trails auf Waldboden oder geschottert mit durchaus engeren Kurven und schmal (weil SingleTrail). Selbst S0 stellt manchen Biker schon vor Herausvorderungen. Bei S1 geht es schon ins Eingemachte. Wurzeln, Steine, Errosionsschäden. Hier sind die Grundlagen der Fahrtechnik voraussgesetzt. Das heisst, im Stehen fahren, gutes Bremsmanagment und sicher auf Schotter sein. S2 bedeutet: Untergrund meist nicht verfestigt, größere Wurzeln und Steine, Stufen oder Absätze.
Bei S3 mache ich selber bei manchen Abschnitten dicke Backen und steige evtl. vorher ab. Der Gesundheit zuliebe. Für S4 zitiere ich hier mal den Text der Seite:
Nur Extremfahrer und Ausnahmebiker können S4 bewältigen, selbst das Hinabtragen dieser Passagen ist häufig nicht ungefährlich.
Und S5:
Nur eine Hand voll Freaks versucht Passagen im 5. Schwierigkeitsgrad zu bewältigen.
Fazit: Schon S3 ist für den Durchschinittsbiker nicht mehr fahrbar und S4-S5 können so wenige Fahrer bewältigen,,dass diese Einstufung nur verwirrt.
Obendrein kommt noch die Tatsache, dass die Einstufung eines Trails ein subjektives Empfinden ist und je fortgeschrittener der jeweilige Biker ist wesentlich einfacher empfunden wird.
Ich habe einige Diskusionen von Bikern erlebt, wo der Profi die Einstufung eines Trails als viel zu hoch empfunden hat und andere das völlig OK fanden !
Was auf jeden Fall ein guter Tip ist:
Einfach mal einen Fahrtechnikkurs besuchen. Selbst alte Hasen werden ein Aha-Erlebnis empfinden, wenn sie moderne Fahrtechnik vermittelt bekommen und bestimmt noch etwas dazu lernen. Und mit der richtigen Technik, ein wenig Training sind viele Situationen auf dem Trail mit Spass und Leichtigkeit zu bewältigen.
Eine Laudatio auf das E-MTB
Ach, mit dem E-Bike ! Ach soo...
Ja, ich fahre mit dem E-MTB. Aus Überzeugung! Auch schon länger. Nicht, weil ich meine mit über 50 es mir verdient zu haben. Nein, ich habe schlicht und ergreifend mehr Spass damit. Man kann trotzdem sportlich und körperlich fordernd fahren, die pulstreibenden Leistungsspitzen aber nach Belieben steuern und am nächsten Morgen fühlt man sich nicht mehr ausgelutscht.
Das Beste aber ist der Mehrwert an Fahrspass ! Mit dem E-MTB kann ich auch bergauf dynamischen Fahrspass erleben und technisch anspruchsvoll biken.
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